Feedbackbox


Wichtig für einen gelungenen Ablauf des GenderCamps fanden wir, gleich vor Ort mehrere Feedback-Möglichkeiten nutzen zu können und nicht das Meiste erst im Nachhinein zu erfahren.

Zwar gab es sowohl die zweimal täglich stattfindenen Plena, auf denen mensch Feedback äußern konnte, als auch die Plattform Twitter, über die Meinungen zum GenderCamp versandt wurden, doch wir wollten auch den Personen einen Raum für Rückmeldungengeben, die ihre Meinungen nicht mündlich, nicht vor großer Öffentlichkeit, nicht unter ihrem Namen etc. äußern wollten.

Zu diesem Zwecke stellten wir in einem Toilettenraum, der als „ungegendert“ markiert worden war (und daher für alle „unauffällig“ zugänglich aber trotzdem abgeschlossen war) eine geschlossene Schachtel als sogenannte Feedback-Box auf, legten Papier und Stifte dazu und stellten drei verschiedene Verfahrensmöglichkeiten für dort eingehende Nachrichten vor (es wurde darum gebeten, dies auf dem Feedbackzettel zu notieren):

  1. Vortragen auf den Gruppenplena
  2. Aushängen an einer „Feedbackwand“
  3. Handlungsanstoß fürs Orga-Team

Die Feedbackbox wurde zu zweiten festen Zeiten geleert; es wurde auf dem GenderCamp von allen drei Möglichkeiten Gebrauch gemacht.

Die „Feedbackwand“ stand für alle Teilnehmenden sichtbar im Speisesaal und wurde auch mit Notizen / Anmerkungen versehen, die nicht zuvor in der Feedbackbox gelandet waren.

Reflexion

Auf dem GenderCamp gab es Bedarf für eine – nach Wahl auch anonyme – Äußerungsmöglichkeit. In dieser Form, also mit einer Box und Wand für Zettel, war anonymes Feedback jedoch nur schriftlich möglich. Zugunsten einer barrierefreien Gestaltung von anonymem Feedback wären Alternativen interessant, die wir nicht hatten, obwohl das unser Anspruch gewesen wäre.

Darüber hinaus haben wir die Erfahrung gemacht, dass wirklich krasses Feedback aus der Box das ganze Team beschäftigen kann. Das empfanden wir teilweise als problematisch gegenüber den Teilnehmenden, weil für sie intransparent war, warum wir so lange unter uns blieben, ob etwas vorgefallen war, von dem sie nichts wussten. Gerade wenn die Person, die etwas aufgeschrieben hat, sich Weg 3 wünscht, also eine Intervention des Teams ohne Veröffentlichung des Feedbacks, kann dies zu Spekulationen führen. Ihr solltet Euch überlegen, wie Ihr damit umgehen würdet. Bei uns kam hinzu, dass keine_r von uns sich für wirkliche Interventionen ausgebildet fühlte.