Die quotierte Redeliste

Bei der quotierten Redeliste werden die Diskussionsteilnehmer_innen, die einen Redebeitrag leisten möchten, in (normalerweise) zwei verschiedenen Redelisten erfasst. Die Moderation lässt Leute von beiden Listen abwechselnd zu Wort kommen.

Meistens wird die Redeliste nach Männern* und Frauen* getrennt, was Redebeiträge von Frauen* in Gruppen unterstützen soll.
Andere Quotierungen sind möglich, wie Weiß/People of Color (PoC) oder deutsch-erstsprachig/nicht deutsch-erstsprachig. Auch Erweiterungen wie Frauen*/Männer*/Trans* sind denkbar.

Generell kann eine quotierte Redeliste danach strukturiert werden, welche Gruppen im Raum in ihren Redebeiträgen unterstützt werden sollen.

Wenn die Redeliste für die zu unterstützende Gruppe leer bzw. aufgebraucht ist, bieten sich folgende Lösungen an:

Hinein quotieren

Beiträge aus der zu unterstützenden Gruppe werden sofort vorgezogen.

Wenn beispielsweise die Redeliste nach zwei Geschlechtern quotiert wird und nur noch Männer* auf der Redner_innenliste stehen, bekommt eine Frau*, die sich meldet, von der Moderation sofort das Wort. Die Männer* müssen also warten.

Dies bietet sich auch an, wenn z.B. eine Redeliste auch nach Trans* und/oder Inter* quotiert werden soll, sich im Raum aber nur sehr wenige Trans*- und/oder Inter*leute befinden.

Hart quotieren

Wenn die Redeliste der zu unterstützenden Gruppe leer ist, ist die Diskussion beendet.

Wenn beispielsweise eine Redner_innenliste nach Weißen und PoC getrennt wurde und es aus der Gruppe der PoC keine Wortbeiträge mehr gibt, beendet die Moderation die Diskussion. Alle Weißen, die sich noch gemeldet hatten, kommen nicht mehr dran.

Nachteile einfach quotierter Redelisten

  • Nach starren Kategorien eingeteilte Redelisten unterstützen nicht diejenigen aus den als dominant gedachten Gruppen, die sich ungern und selten in großen Gruppen zu Wort melden.
  • Ebenso wird nicht berücksichtigt, dass innerhalb der zu unterstützenden Gruppen einzelne sehr dominante Redner_innen sein können.
  •  

    Die quotierte Redeliste funktioniert am besten, wenn die Zahl derjenigen, die in Gruppen geteilt werden, etwa gleich ist. Sobald eine Gruppe sehr viel größer ist als die andere, wird die quotierte Redeliste kompliziert.