Streitgespräch mit Gruppenschutz

Ablauf

Die Gruppe teilt sich in drei bis fünf Kleingruppen auf, aus denen jeweils eine Person an einem Streitgespräch teilnimmt.
Die Gruppen vertreten jeweils einen bestimmten Standpunkt in einer Diskussion, den sie vor den anderen verteidigen wollen bzw. über den sie in der Diskussion sprechen.
Die Streitenden setzen sich in einen Innen- bzw. Diskussionskreis und diskutieren mit den anderen Gruppen-Gesandten für eine bestimmte Zeit über ein ausgemachtes Thema.
Nach dieser Zeit ziehen sich die Streitenden in ihre Gruppen zurück. In den Gruppen können nun Feedback-Gespräche geführt werden, neue Argumente gesammelt oder auch die streitende Person neu bestimmt werden.
Dann geht es in eine zweite Runde Streitgespräch, an die sich wieder die Abstimmung mit der Themengruppe anschließt.
Dieses Vorgehen kann so oft wiederholt werden, bis eine für alle stimmige Lösung erarbeitet wurde.

Das Streitgespräch eignet sich, wenn ein kontroverses Thema vielseitig diskutiert werden soll. Für andere Settings/Situationen ist es nicht unbedingt sinnvoll.
Das Streitgespräch sollte nicht mit einem Streit verwechselt werden!

Vorteile

  • Das Thema wird vielseitig diskutiert.
  • Über die Annahme strategischer Streitpositionen können so auch Argumente gegen gegnerische Standpunkte gefunden und eingeübt werden.
  • Leute, die sich nicht an großen Gesprächsrunden beteiligen möchten, haben hier trotzdem die Möglichkeit, produktiv an einer Diskussion mitzuwirken.

Nachteile

  • Für die Streitenden ist das Streitgespräch anstrengend und sie haben sehr viel Verantwortung.
  • Für die übrigen Gruppenmitglieder kann das Abwarten langwierig sein.
  • Die Einnahme ungeliebter Standpunkte oder auch die forcierte bzw. gezwungene Diskussion gegen diese kann für einige eine sehr unangenehme Situation werden. Hier sollte auf die eigenen Grenzen und auf die der anderen besonders geachtet werden.